Wer die alte Kirche mit ihrer breitflächigen Bemalung noch kannte, erlebte beim ersten Besuch nach dem Wiederaufbau eine neue Kirche. Im Kleid hell getünchter Wände bot sich das lichte Mittelschiff mit seinem durchgehenden Gestühl ohne Unterbrechung durch die frühere Kanzel als beeindruckende Symmetrie bis hinein in den Chorraum. Dort überraschte der wesentlich höher gestellte und dem Volk nähergerückte Hochaltar mit seiner Perspektive.
Für Verkündigungen und Predigt wurde am vorderen linken Vierungspfeiler nach dem Entwurf von Professor C. Bauer in München eine kleine Kanzel mit der Darstellung der Fußwaschung Jesu erstellt.
Sie wurde ebenso wie die neue Kommunionbank von der Firma Brenzinger & Cie in Sichtbeton gegossen.
Große Beachtung fanden die neuen von Kunstmaler Hans Baumhauer beeindruckend gestalteten Chorfenster und die Rosetten sowie die ebenfalls ausdrucksstarken Darstellungen in der Taufkapelle durch Kunstmaler Robert Sperlich.
Im Äußeren zeigte sich die Kirche wenig verändert. Die Turmhelme und der Chor wurden nicht mehr mit farbigen Ziegeln, sondern wie das Langhaus mit Schiefer bedeckt.
Eine Veränderung erfuhr die Sakristei, die von Architekt Gregor Schroeder das Neubau in einer schlichten und ernsteren Formensprache der damaligen Zeit, bei Wahrung der gleichen Baustoffe , errichtet wurde. Im Obergeschoß konnte mit der Michaelskapelle ein bisher fehlender sakraler Raum für kleinere Gruppen geschaffen werden.
Am Sonntag, dem 27. April 1952, zelebrierte Erzbischof Dr. Wendelin Rauch ein Pontifikalamt, bekundete in seiner Predigt die Freude über das wiedererstandene Gotteshaus und weihte die Kirche und den Hochaltar.
