Beichte

 
Der Geigenbauer und spirituelle Autor Martin Schleske schreibt, dass das Evangelium uns wie ein Instrument stimmen möchte, damit die Melodie, die in uns gelegt von Gott gelegt ist, zum Klingen kommt. Wenn wir dem Evangelium und der Stimme Gottes in uns, unserem Gewissen, folgen, gewinnt unser Leben an Stimmigkeit. Gott sucht uns unablässig, damit die Melodie in uns zum Klingen kommt und dass die Gegenwart Gottes in uns und durch uns sichtbar wird. 
Allerdings tun wir alltäglich Dinge, die das Instrument unserer Seele verstimmen. Wir tun sie im Verhältnis mit den Mitmenschen und zur Schöpfung, in der Beziehung zu uns selbst und zu Gott. Dabei prägt uns nicht nur das, was wir falsch machen, sondern auch das, was wir unterlassen: wo der hl. Geist uns gerufen hat, uns für jemanden oder etwas einzusetzen und wir uns versteckt haben. Dieses Tun oder Unterlassen, das das Instrument unserer Seele stumpf macht und verstimmt, nennt die Bibel „Sünde“. 
Doch Gott will uns gerade an diesen wunden Punkten unseres Lebens begegnen, um uns seine Liebe sichtbar werden zu lassen und um uns wieder aus der Enge in die Weite führen. Martin Schleske schreibt: „Die Gnade hat Weite, aber niemals Unverbindlichkeit, denn sie führt uns an den Sinn unseres Daseins; sie hat Innigkeit, aber niemals Enge, denn sie weitet den Blick unseres Herzens für die Schönheit Gottes in dieser Welt. Enge ist ja nur die Angst dessen, der sich vor der Weite fürchtet, so wie umgekehrt Unverbindlichkeit nur die Angst dessen ist, der sich vor der Innigkeit fürchtet. Die Gnade wirbt darum, dass wir die vielschichtigen Ängste der Seele verlieren. Denn jede Sünde hat ihren Grund in einer ihr entsprechenden Angst. Die Gnade spricht: Fürchte dich nicht davor, Gott näher und inniger an dich heranzulassen. Nie wird etwas anderes geschehen, als das sich verwirklicht, was du durch Gott bist.“
Die Beichte - auch "Sakrament der Versöhnung" genannt – setzt mich wieder auf die Spur hin auf das, was ich für Gott bin. Sie ist die wunderbare und befreiende Möglichkeit, alles, wo ich etwas schuldig geblieben bin oder schuldig geworden bin, vor Gott zu bringen und von ihm durch den Priester zugesprochen zu bekommen: "Ich spreche dich los von deinen Sünden." Am Ende der Beichte steht der Satz, um den es letztlich geht: „Der Herr hat Dir Deine Sünden vergeben, geh hin in Frieden“
In unserer Kirche gibt es mehrmals pro Woche die Möglichkeit, das Sakrament der Versöhnung (Beichte) zu empfangen. Die regelmäßigen Beichtzeiten erfahren Sie hier. Für längere Beichtgespräche können Sie auch einen Termin über das Pfarrbüro oder direkt mit einem der Patres vereinbaren.
Pastorale Mitarbeiter